Karwochenliturgie im Zeichen von Covid-19 – eine vertane Chance (Johann Pock)

Die Regelungen zur Feier der Karwochenliturgie der Gottesdienstkongregation und der Österreichischen Bischofskonferenz sehen eine Feier einzelner Priester im kleinsten Kreis vor. Der Großteil der KatholikInnen ist ausgeschlossen. Grundsätzlichere Schritte im Sinne der Anerkennung des Taufpriestertums wurden nicht gemacht – eine vertane Chance. Pastoralliturgische Überlegungen von Johann Pock

Chance vertan – so könnte man die jüngste Regelung der Gottesdienstkongregation für die Kar- und Osterliturgie zusammenfassen. Die größte weltweite Krise seit den Weltkriegen wirft alle üblichen gesellschaftlichen Spielregeln über den Haufen. Da ist es verständlich, dass sich eine Institution wie die römisch-katholische Kirche als Fels in der Brandung verstehen möchte; als eine Heils-Institution, die Menschen in der Not beisteht – und auch Sicherheit gibt.

Die jahrhundertelange zentrale Form der kirchlichen Seelsorge bestand in den Heilsmitteln der Sakramente und dem gemeinschaftlichen Feiern der Gottesdienste. Gerade diese Heilsmittel fallen nun plötzlich weg: keine Erstkommunionen und Firmungen in den nächsten Monaten, keine Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse. Und vor allem: Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens ist (mit den Worten der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium) die Eucharistiefeier. Und gerade sie wurde im 2. Vatikanum als Feier des Gottesvolkes verstanden und nicht als Feier des Priesters, der die Laien andächtig beiwohnen. Und auch die physische Beteiligung der Gläubigen an den Messen ist nun nicht mehr möglich.

Allerorten poppen nun Angebote von Gottesdiensten im Internet auf: Livestream der Morgenmesse des Papstes, tagsüber unterschiedliche Messen von Bischöfen und Priestern, Rosenkranzgebet etc. Und auch im öffentlichen Rundfunk nehmen religiöse und liturgische Angebote einen größeren Raum ein. All dies ist aller Ehren wert und hilft auch sehr vielen Menschen, nicht ganz abgeschnitten zu sein vom gemeinsamen Feiern.

Zugleich aber bieten die nun vorgestellten Normen nicht einen Fortschritt, den man auch nach der Coronakrise als Errungenschaft mitnehmen könnte, sondern einen Rückschritt in zentralistische und hierarchische Kirchenbilder: Im Fokus stehen noch mehr als sonst der Bischof und die Priester. Es gibt nicht den kleinsten Schritt dahin, dass man hier das gemeinsame Priestertum stärkt – und in dieser Notlage zuerkennt, dass das gemeinsame Feiern in den Hausgemeinschaften auch ohne einen Priester in Gegenwart Christi geschieht.

Wäre das nun nicht die Chance gewesen, zu sagen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“? Ja – das wird von den Bischöfen auch so gesagt – aber diese zwei oder drei müssen um einen Priester versammelt sein. Und noch schlimmer: Bei versperrten Kirchentüren soll die kleine Gruppe von ca. fünf Personen (die über die Kartage möglichst gleichbleiben soll) die Karwochenliturgie feiern. Was wie ein schlechter Witz klingt, geht auf die neuen Regeln der Gottesdienstkongregation und der Bischofskonferenzen zurück.

Ein kurzer Blick auf diese Texte: Am 25. März, dem Fest der „Verkündigung des Herrn“ (Mariä Verkündigung), veröffentlichte die Gottesdienstkongregation „Regeln für die Kar- und Ostertage“. Diese wurden dann auch von diversen Bischofskonferenzen bzw. Diözesen aufgegriffen und adaptiert.

Den Hintergrund bildet die Corona-Pandemie mit ihren weltweit steigenden Infektionen – und in Folge den Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten. Da diese auch die Gottesdienste betreffen, mussten die zentralen Feiern der Kar- und Osterliturgie neu geregelt werden.

Was hier nun an Regeln herausgekommen ist, stellt einen massiven Rückschritt in den Bemühungen seit dem II. Vatikanischen Konzil dar, die Kirche nicht primär als hierarchische zu sehen, sondern als Volk Gottes unterwegs – in dem es Dienstämter für dieses Volk gibt (Lumen Gentium). Schon der erste Satz macht klar, um wen es hier wirklich geht: “Bishops and priests may celebrate the rites of Holy Week without the presence of the people and in a suitable place, avoiding concelebration and omitting the sign of peace.” Liturgie ist also zunächst und vor allem eine Sache des geweihten Amtes (wobei hier auch die Diakone außen vor bleiben). Das Volk bleibt ausgesperrt – und dies im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Gläubigen (wobei ich diese Bezeichnung immer spannend finde – sind Bischöfe und Priester keine Gläubigen?) sollen über die Beginnzeiten der Feiern informiert werden, um gleichzeitig sich in ihren Häusern zu versammeln; und wo es möglich ist, an den Live-Übertragungen teilzuhaben. Meine jahrezehntelange Praxis (Weihejahrgang 1993) zeigt mir, dass bei den meisten Feiern der Karwochenliturgie einerseits einige ganz junge TeilnehmerInnen sind (MinistrantInnen) und viele der älteren Semester – die zu einem guten Teil nicht so technikaffin sind, dass sie livestreams im Internet verfolgen werden können.

Die von der österreichischen Bischofskonferenz beschlossene Regelung beginnt mit der Überschrift: „Besondere Zeiten benötigen besondere Lösungen“ – und damit wird die Hoffnung erweckt, dass hier wirklich etwas Neues, Besonderes ermöglicht wird. Z.B. die Form der Hauskirche – und sie wird hier auch stark gemacht; die „Wohnzimmer werden zu Kirchenbänken“, so Erzbischof Lackner. Das jedoch greift meines Erachtens zu kurz: Denn nun sitzen in den Wohnzimmern alle LektorInnen, KommunionhelferInnen, Wortgottesfeier-LeiterInnen; es sitzen dort Theologinnen und Theologen; es sitzen dort die Diakone und auch viele ältere Priester, die nicht in die Pfarrkirchen gehen sollen. Und welche Rolle wird ihnen für die Feier der Heiligen Mysterien zugedacht? Sie sollen gläubig vor den Bildschirmen sitzen und der Feier einer auserwählten Gruppe von vier Personen zusehen. Denn die Regelung in Österreich sieht Regelungen für „Die nicht öffentliche Feier des Palmsonntags und der Drei Österlichen Tage in einer kleinen Gemeinschaft“ vor. Diese kleine Gemeinschaft besteht aus dem Pfarrer und bis zu vier Personen, die er sich für diese Feier auswählt.

Die Intention dahinter ist verständlich und auch pastoral nachvollziehbar: Die Pfarrgemeinde, die nicht voll versammelt teilnehmen kann, soll hier durch die vier Personen vertreten werden; und gleichzeitig daheim mit diesen verbunden selbst mitfeiern. Für die Auswahl der vier Personen gibt es keine Kriterien; es sollen wenn möglich KantorIn, LektorIn und MinistrantIn dabei sein.

Die deutliche Regelung lautet aber: „‘Nicht-öffentliche Gottesdienste‘ besagt, dass außer den gebetenen Personen niemand an der Feier teilnehmen darf. Deshalb sind Tore rechtzeitig davor zu schließen. So sich Personen zur persönlichen Andacht im Gottesdienstraum aufhalten, sind diese zu bitten, vor Beginn der Feier den Raum bzw. die Kirche zu verlassen.“

Bei allem Verständnis dafür, eine machbare Regelung der Feier zu finden, die auch den Corona-Pandemie-Regeln entspricht: Mögliche betende Gläubige aus der Kirche zu expedieren und dann mit vier ausgewählten Personen allein in der großen (oder auch kleineren) Pfarrkirche zu feiern (und das vereinzelt ins Internet zu übertragen), kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Und das Signal ist meines Erachtens fatal: Trotz aller Beteuerungen, dass man dies gut vermitteln muss; dass es nicht den Anschein von „Auserwählten“ machen sollte: Der Augenschein ist ein anderer: Wir schließen die Pforten der Kirchen (zumindest für diese Feier) und einige Auserwählte feiern dahinter für alle anderen die Liturgie.

Ich habe vollstes Verständnis für das Bemühen von Gottesdienstkongregation und Bischöfen, Ostern nicht „ausfallen“ zu lassen; und es gibt auch viele spannende begleitende Maßnahmen, die in Pfarren und Diözesen gerade entstehen. Diese sollen hier auch nicht abgewertet werden. Mir geht es jedoch um den Punkt, dass in dieser Notsituation im Letzten nicht von der Not des Gottesvolkes her gedacht wird, sondern von den Priestern: Ihnen soll es vor allem ermöglicht werden, die Karwochenliturgie zu feiern.

Warum geht man hier nicht den andere und wirklich neue Wege? Diese könnten lauten: Für jene Christen, die es möchten, gibt es gut gestaltete Fernsehgottesdienste. Ihnen könnte man auch Materialien zum guten persönlichen Mitfeiern der Tage geben (und diese Materialien werden ja auch gerade in allen Diözesen erstellt). Und für andere gibt es auch Unterlagen, wie man diese Feiern allein feiert, ohne Priester – aber in Anerkennung der eigenen Taufkompetenz. Die Verbindung zur größeren Kirche und zum Bischof könnte z.B. durch das Einbeziehen der Taufkerzen erfolgen (gerade in der Osternacht). Es könnten aber auch in den offenen Kirchen in der Karwoche Symbole, Gegenstände und Materialien aufliegen, die von jenen, die das möchten, dort betrachtet und meditiert werden – oder auch mitgenommen werden können für die eigene Feier daheim: Palmzweige, Kerzen etc.

Oder man könnte weiterdenken: Wenn der Papst sogar die Generalabsolution und die Befreiung von den Folgen der Sündenstrafen („vollkommener Ablass“) vermittelt über die Medien in die ganze Welt schicken kann (und dies am 27.3.2020 auch in einem historisch einmaligen Akt außerhalb von Weihnachten und Ostern macht) und man hier auch gläubig annimmt, dass dies das bewirkt, was intendiert ist: Warum kann dann nicht auch der Bischof einer Diözese für seine ganze Diözese die Eucharistie feiern – und die Gläubigen vor den Bildschirmen feiern aktiv mit, und dies nicht nur mit einer geistlichen Kommunion, sondern tatsächlich mit Brot (und Wein) am Tisch? Und wer kann dann sagen, dass hier Jesus nicht gegenwärtig wäre in den unterschiedlichen Gestalten von Wort und Sakrament? Und wenn diese Hausgemeinschaft dies ohne Bildschirm macht – ist Jesus dann nicht gegenwärtig? (Es geht mir dabei nicht um „Fernkonsekration“. Aber um die Frage: Gibt es nicht mehr, als das rein innerliche „geistige“ Kommunizieren – im Sinne der Agapefeiern?)

Die Chance dieser Krise wäre es, von der Priesterzentrierung wegzukommen hin zu einem Anerkennen der gemeinsamen Taufberufung – diese Chance sollte nicht durch Kleingruppengottesdienste in abgeschlossenen Kirchen vertan werden.

(Und hier ein ergänzender und klärender Beitrag vom 2.4.2020 auf katholisch.de zur diakonalen Dimension in der Diskussion)

Autor: Johann Pock

Beitragsbild: Pixabay

33 Kommentare zu „Karwochenliturgie im Zeichen von Covid-19 – eine vertane Chance (Johann Pock)

  1. „10. Dennoch ist die Liturgie der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt. Denn die apostolische Arbeit ist darauf hingeordnet, dass alle, durch Glauben und Taufe Kinder Gottes geworden, sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl genießen.“ (Sacrosanctum Concilium)

    Viele Leiter von Wort-Gottes-Feiern hängen an ihre dem Wortgottesdienst der Messe nachempfundenen Liturgien eine Kommunionfeier an, meist mit der Argumentation „die Leute wollen es, die Leute brauchen es“.
    Schon einen Monat finden nun keine Liturgien mehr statt, in denen die Gläubigen „sich versammeln, inmitten der Kirche Gott loben, am Opfer teilnehmen und das Herrenmahl genießen“ können.
    Wo ist der Aufschrei der Gläubigen: Gebt uns den Höhepunkt und die Quelle zurück! Organisiert etwas, damit wir konsekrierte Hostien bekommen können! Ihr habt uns das Zentrum des christlichen Glaubens genommen!
    Wo sind die kreativen Ideen der Bischöfe? (Solche kommen von Claudia Schneider, siehe oben.) Wo ist der Protest der Bischöfe gegen die staatlichen Regelungen? Denn diese zerstören das Zentrum unsres Glaubens!
    Es gibt weder Aufschreie, noch Ideen, auch keine Proteste. Brauchen die Leute es offenbar gar nicht? War die Rede von „Höhepunkt und Quelle“ nur frommes Gerede oder Wunschdenken?

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  2. Herr Pock, Sie sprechen mir aus der Seele. Und über die „Gegner“ ihrer Gedanken denke ich mir, was haben die eigentlich mehr verinnerlicht, die Evangelien oder den Katechismus? Und was beinhaltet vorrangig die Worte Jesu? Das Evangelium oder der Katechismus? Und was sind wir als Christen? Christusnachfolger oder Klerikernachfolger?

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  3. S. g. Hr. Pock! Ich teile Ihre überhaupt nicht. Sie gehen in Ihrer professionellen Innensicht davon aus, dass die Menschen befähigt und in der Lage sind, selbst aktiv zu sein. Aber auf wie viele trifft das denn zu? Ich denke, da ist man mit den sprichwörtlichen Fingern an einer Hand fertig. Die anderen schätzen Leitung und ein Angebot, bei dem man mitmachen und dabei sein kann. Dazu kommt, dass Priester eine Hauptaufgabe haben – nämlich mit der Gemeinde zu feiern und auch spirituelles Vorbild und Leitfigur zu sein. Täglich und speziell zu Ostern.
    Ihrer Argumentation radikal folgend brauchen wir keine Bürgermeister, Landeshauptleute, Minister…, weil das alles auch die Gemeinschaft leisten kann. Gemeinschaft heißt aber auch, dass es Spezialisten gibt, die in ihren Bereichen Vorbild sind und Halt geben. Im spirituellen Sinn sind das nun mal die Priester mit ihrem Wissen und ihren Zugängen, die „Otto NormalverbraucherIn“ nicht hat. Deshalb finde ich die nun getroffene Regelung für Ostern gut, wenn man auch hinterfragen könnte, warum gerade 5 Leute und zB nicht 7 oder 12 – das wären schönere Zahlen im christlichen Sinn. Und „Auserwählte“ gab es doch immer, meine Güte. Eine Feier im Kleinen, von Priestern durchgeführt, und Teilnahme daran daheim per Web etc – das ist für diese Umstände perfekt. Da zeigt sich der Mehrwert moderner Kommunikationsformen.
    Selbst meine Frau und ich sind froh über diese Art von gemeinsamem Feiern, obwohl wir zu jenen gehören, die das auch ohne „virtuelle Begleitung“ schaffen.

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    1. Sehr geehrter Herr ThomasS! Sie missverstehen die Zielrichtung meines Beitrags: Ich will weder die Priester abschaffen oder ersetzen, noch glaube ich, dass alle fähig sind, aktiv zu werden! Die Priester haben gerade jetzt eine höchst wichtige spirituelle Aufgabe – und die besteht nicht primär im Feiern von Gottesdiensten allein im Zimmer. Vielmehr in der Sorge für jene in ihren Gemeinden, die allein sind, hilfebedürftig etc. Sie anzurufen; zu schauen, wer Hilfe braucht; Hilfe anzubieten (geht durch Postwurfsendungen etc.etc.). Für viele ist das Mitfeiern der Gottesdienste via TV eine große Hilfe – das ist auch gut so. Aber zu sagen: „Die Priester und Bischöfe haben ein Recht darauf, die Karwoche zu feiern, deshalb erlassen wir jetzt folgende Regeln“ ist meines Erachtens falsch aufgezogen. Die Gläubigen haben ein Recht darauf, dass die Kirche sich um sie sorgt – und dann kann ich auch sagen: Und eine der Möglichkeiten ist die Mitfeier über TV. Was aber machen die vielen anderen, die nicht technikaffin sind? Meine Argumentation geht ja gerade dahin, dass wir die Menschen noch viel mehr befähigen müssen, selbst Betende, Gottesdienst Feiernde zu sein (und damit meine ich nicht die Eucharistiefeier). Selbst zu segnen (die Kinder, das Essen …). Die meisten der Feiern von Priestern zu Ostern werden ja gerade nicht übertragen – sondern finden hinter geschlossenen Türen statt. Der Sinn dieser Feiern ist etwas schwerer zu verstehen … Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau eine gute, besinnliche Karwoche und Osterfeier – in der Form, die Sie für sich in dieser Zeit als die richtige empfinden. J. Pock

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  4. Sehr geehrter Herr Professor
    Zu ihre Überlegungen zur geänderten Karwochenliturgie habe ich mir einige Gedanken gemacht
    Der Segen „Urbi et Orbi“ den Papst Franziskus am vergangenen Freitag gespendet hat, wurde meiner Recherche nach noch nie in dieser Form gegeben. Der Papst segnete mit der Monstranz. In dieser Monstranz war – flappsig gesagt- kein Pizzastück. Ein Pizzastück kann man sich – noch – fast an jeder Ecke kaufen. Man kann auch gemeinsam daheim in der Kleinfamilie eine Pizza essen, denn es gibt genug zu essen, wenigstens in unseren Breitengraden.
    In der Monstranz war auch ein Brot, aber dieses Brot gibt noch eine andere Botschaft. Es will uns sagen, es gibt nicht nur das tägliche , es gibt auch das ewige Brot. Wir müssen täglich essen, sonst verlieren wir die Kraft zum Leben. Wir brauchen aber auch das andere Brot, das ganz andere Brot, denn sonst verlieren wir auch eine Kraft, die Kraft der Hoffnung. Ich weiss, dass die Sonne aufgeht und am Abend untergeht. Ich weiss, dass im Frühling das Leben der Natur erwacht und im Winter stirbt. Ich weiss, dass Menschen geboren werden und sterben. Aber ich brauche-vielleicht jetzt besonders- die Botschaft, dass es einen Tag geben wird, da die Sonne nicht mehr untergehen wird – am Achten Tag, am Tag des ewigen Osterfestes. Ich brauche auch Menschen, die daran glauben, dass die Schöpfung einmal vollendet wird, am Ende der Zeit. Und ich hoffe darauf, dass wir nicht im Grab bleiben, sondern einmal auferstehen werden. Das alles muss mir ein anderer, andere, die Kirche- besonders durch ihr Amtsträger, denn es ihre Aufgabe- sagen, denn „Das Wort das du brauchst, kannst du dir nicht selber sagen“ ein Wort aus Afrika. Das alltägliche Kommen und Gehen, das Laufrad der Zeit kennen wir alle. Chronos gebiert seine Kinder und er verschlingt sie, das wissen wir und es wird uns täglich vor Augen geführt. Dass es eine Sonne gibt, Christus, die nicht mehr untergeht, diese Botschaft lässt uns wahrhaft leben, anderes ist oft vegetieren. Der Auferstandene verkündet eine Botschaft, die der Frühling nicht geben kann.

    Das Fronleichnamsfest verdankt die Kirche einer Frau, der Nonne Juliane von Norwich. In weiten Kreisen der Kirche war das Verständnis von Eucharistie geschwunden. Man liess den Klerikern ihr „Hokuspokus“. Zur Kommunion getraute man sich nicht, aus Angst unwürdig den Leib Christi zu empfangen. Aus der Sehnsucht, wenigstens aus der Ferne den Leib des Herrn zu sehen, entwickelte man im 14.Jahrhundert die Monstranz. Manche deuten das auch kulurhistorisch als Schau-Lust der germanischen Völker. Das Fronleichnamsfest wurde 1246 in der Diözese Lüttich eingeführt und von Papst Urban IV, früher Archidiakon in Lüttich im Jahr 1264 der ganzen Kirche vorgeschrieben. Wir sind heute gezwungen zuhause unsere Mahlzeiten einzunehmen. Wenn wir zuhause kraft unseres Taufpriestertums eine quasi Hauseucharistie feiern, stellt sich die Frage, ob wir dadurch unsere Notsituation,die man auch als eine Exilsituation deuten kann, eigentlich zur Normalsituation machen. Es käme einer Atomisierung der Kirche gleich, deren Aufgabe es doch ist, als Grundsakrament Menschen und Völker zu versammeln und zur Einheit zu führen. Auch wenn man vieles als Rückschritt in zentralistische und hierarchische Kirchenbilder deuten mag, drängt sich doch die Frage auf, ob da nicht auch die Unzufriedenheit und der Grant mit dem eigenen Pfarrer. bzw die eigene Rollenunsicherheit als Priester mitspielt. Natürlich steht im Fokus der Bischof und die Priester, das ist gerade jetzt ihre Aufgabe. Vorne dabei zu sein, Zeugnis eines, wenigstens nicht allzu ängstlichen Glaubens zu geben. Das ist Aufgabe einer Institution, staatliche Repräsentanten zeigen uns gerade, wie das gehen kann. Das erwarte ich mir auch von kirchlicher Führung. Das Amt des Bischofs wurde relativ spät zur heutigen Form entwickelt, so lese ich es bei Norbert Brox, meinem Professor in Regensburg. Es gab zunächst viele Formen von Kirche, von einem Siebenergremium geleitet, auch basisdemokratisch organisierte Gemeinde, andere wie im Judentum üblich mit einem Presbyter an der Spitze. In der Zeit der Verfolgung hatte nur die bischöflich verfasste Kirche die Chance zu überleben. Darwin schau oba! Überleben des Fittesten! Irgendwie erscheint diese Zeit auch als eine Zeit der Verfolgung – wir alle sind in der Verfolgung- von diesem Virus Verfolgte. Die Chance im kleinen Rahmen die Emmauserfahrung zu machen, mutet mir sehr romantisch an. Noch schwerer tu ich mir, in den eigenen vier Wänden eine Erfahrung von Volk Gottes zu machen.
    Zumindest zu wissen und auch sehen zu können, dass die Liturgie gefeiert wird, holt mich aus meiner Klause. Und das zu feiern ist eben Aufgabe des geweihten Amtes, da möchte ich kein Selbstversorger sein.
    Dazu möchte ich fragen ob man die Not des Gottesvolkes mit einer Zellenfeier stillen kann. Es scheint mir schon etwas übertrieben, zu meinen, dass die jetzigen Regelungen darauf abzielen, den Priestern – egoistisch – zu ermöglichen die Karwochenliturgie zu feiern. Eigentlich erwarte ich von einem Priester schon eine gewisse Priesterzentrierung.

    Wenn ich auf einer Wallfahrt unterwegs bin, brauche ich zwischendurch eine Jause. Meine Hoffnung sagt aber, dass mir am Ziel das wahre Brot gereicht wird. Eine Jause unterwegs kann mir das nicht ersetzen. Mit dem Spruch, der Weg ist das Ziel, habe ich noch nie was anfangen können, da ich kein Hamster bin, der im Rad laufen muss.

    Gestern haben ich mit meiner Enkelin ein Videotelefonat geführt. Toll, dass es das gibt, aber eine Umarmung und einen Kuss kann das nicht ersetzen. Zuhause am Fernseher Brot und Wein zu trinken, kann die Euchristie, das konsekrierte Brot nicht erstzen.
    Frohe Ostern
    Franz Wallner

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    1. Lieber Franz Wallner! Mein Punkt ist nicht, dass wir „quasi eine Hauseucharistie“ feiern und damit die Priester oder die Eucharistie überflüssig machen. Der Ausgangspunkt ist: Wie feiern wir die kommende Karwoche und das Osterfest? Und es ist klar, dass wir sie nicht gemeinschaftlich und in den Formen feiern können, wie es über Jahrhunderte üblich und möglich war. Die Regeln von Rom benennen an erster Stelle: Die Priester und Bischöfe haben das Recht darauf, in der Karwoche die Liturgie zu feiern. Warum zäumt man das Pferd nicht von der anderen Seite auf: Die Gläubigen haben ein Recht darauf, dass Seelsorge stattfindet; dass sie die heiligen Mysterien feiern können – und als Kirche tun wir alles dafür, um die Gläubigen nicht allein zu lassen. Und dann ist eine der Möglichkeiten eben auch, dass es Gottesdienste gibt, die man über TV mitfeiern kann. Natürlich ersetzt das Sitzen zu Hause nicht die Eucharistie. Aber trotzdem sitzen ganz viele zu Hause und feiern die Sonntagsgottesdienste via TV mit – welche Wertigkeit hat das dann? Und trotzdem segnet der Papst via TV „Urbi et orbi“ – und der Segen wird als wirkmächtig verstanden.
      Was uns jetzt in dieser Krise auf den Kopf fällt, ist gerade, dass unsere Kirche immer noch so stark „eucharistiezentriert“ ist – und die vielen anderen Gottesdienstformen eher nebenbei oder abfällig behandelt hat („nur ein Wortgottesdienst“). Für viele zählt auch heute noch ein Segen nur, wenn er vom Priester (oder inzwischen eben auch vom Diakon) kommt … Wir bejammern gerade in der Erstkommunionvorbereitung, dass die Kinder immer seltener ein Verständnis von „Mahl halten“ mitbringen. Jetzt wäre auch dafür die Möglichkeit: Das gemeinsame Essen wertzuschätzen – und damit auch ein neues Verständnis für die Eucharistie zu entwickeln. Das altkirchliche Agapemahl wieder neu zu beleben – als Vorform der Eucharistie.
      Und ein letztes zur Priesterzentrierung: Von Priestern erwarte ich mir das genaue Gegenteil – keine Priesterzentrierung, sondern eine Christuszentrierung und eine Zentrierung auf das Volk Gottes – denn das Weiheamt ist ja das Dienstamt (Dienst am Wort, am Sakrament, am Volk Gottes).
      In der christlichen Verbundenheit in dieser so herausfordernden Zeit wünsche ich auch eine gute und gesegnete Karwoche und ein gesegnetes Osterfest – in der Form, die Sie für sich und die Familie für die richtige empfinden.
      Hans Pock

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  5. Sehr geehrter Prof. Pock!
    Danke für den überaus interessanten Ansatz und die pastoralen Überlegungen, die ich gut nachvollziehen kann. Sie sprechen damit vielen TheologInnen, die vom II. Vatikanischen Konzil geprägt sind, aus der Seele. Vielerorts höre ich aus dem KollegInnenkreis die Enttäuschung, die durch die neuen Handlungsempfehlungen für die Karwoche genährt werden. Stellvertretend für die Gemeinde feiern – geht das überhaupt? Wenn wir die actuosa participatio wirklich ernst nehmen, müsste es in diesen Tagen wohl eher lauten: Liebe Glaubende feiert in Euren Häusern daheim Eucharistie, wie es in den ersten Jahrhunderten gemacht wurde. Die Hausgemeinden waren in den Anfangszeiten eine wichtige Quelle, dabei gab es – laut dem Zeugnis des Paulus – Männer und Frauen, die diese leiteten.
    Unsere Kirche lebt sicher aus einer großen Tradition heraus, umso unverständlicher ist es, dass bei Veränderungen hin zum jesuanischen Befund, meist in der Zeit des Tridentinums Halt gemacht wird, wo das heute immer noch vorherrschende Priesterbild entstand. Priester als Heilsvermittler, der die Weihe hat. Aber ist das nicht zu ängstlich? Wir wollen gerade heute von den Freikirchen so viel lernen, aber das Gemeindeverständnis ist dort ja ein ganz anderes, und ein „Priesterbild“ gibt es ja wohl auch nicht.
    Die Chance, die Sie ansprechen bietet sich gerade in der Krise, nämlich Hauskirche neu zu entdecken, den Menschen zutrauen für ihren Glauben auch „gerade zu stehen“, ihn zu pflegen. Glauben zeigt sich m.E. nicht in schönen Zeiten, wo es leicht ist, sich einem Wohlfühlglauben zu ergeben, sondern Glaube manifestiert sich in der Krise, wo ich selbst in meinem ganzen Leben angefragt bin. Wir leben in einer medialen Zeit. Wir machen uns Gedanken (zumindest mancher in Rom), ob ein Gottesdienst „gültig“ ist, wenn er im Internet zeitversetzt übertragen wird. Aber die bewusste tätige Teilhabe und Teilnahme am eucharistischen Geschehen ist uns fern – weil gerade verboten. Ich will nicht die guten Geister schlecht machen, die sich um eine würdige Feier der Liturgie Gedanken machen, aber als Handlungsanweisung „für die kleine Feier“ in Corona-Zeiten nur das Messbuch (ein wenig verkürzt) abzuschreiben ist wohl zu wenig. Das hatte schon Pius XII. in „Mediator Dei“ (1947) klargelegt, dass es bei Liturgie nicht alleine um die äußeren sinnenfälligen Teil des Gottesdienstes geht oder um den Vollzug von „Gesetzen und Vorschriften, von der kirchlichen Hierarchie erlassen, für die Handhabung der heiligen Riten.“
    Wenn wir Rupert Bergers Erklärung von Liturgie im „Kleinen liturgischen Lexikon“ (1987) ernst nehmen, dann ist schon in der Hauskirche die Kirche versammelt: Denn Christus spricht treu seinem Wort durch den Heiligen Geist wirkend gegenwärtig, die Gläubigen nehmen in Wort und sakramentalen Zeichen an seinem Ostersieg teil und dem so geheilten Menschen ist der ant-wortende Dank an den Vater möglich. Also ist alleine die Versammlung von (geheilten) Menschen im Haus zum Gottesdienst schon Sakrament – natürlich im augustinischen Verständnis. Da braucht es zum Quelle und Höhepunkt feiern eigentlich nicht mehr viel, aus der Tradition heraus den Priester, aber reduziert diese Rollenzuteilung (Messeleser) nicht auch die Funktion des Presbyters, des Seelsorgers? Wie oft sind wir in den vergangenen Diskussionen von Priestern gefragt worden „Wozu braucht ihr denn dann noch einen Priester?“ Genau als Seelsorger, als Verkünder, als Vorbild im Glauben, oder?
    Sie beziehen sich auf den historischen Akt des Papstes mit dem Segen „Urbi et orbi“ verbunden mit der Generalabsolution. Auch hier wurde eine – römische – Änderung verfügt, dass nämlich für die Kranken nicht die Feier der Eucharistie oder die sakramentale Beichte dafür nötig ist, sondern lediglich das persönliche Sündenbekenntnis bei Gott, was ja wiederum ein zutiefst thomanisches Verständnis ist, wenn Thomas v. Aquin sagt: „jeder der zur Beichte kommt ist schon von Gott gerecht gemacht“.
    Ich denke, die Öffnung der Kirche ist eine Chance, noch nicht ganz vertan, aber ohne konkrete Handlung und Ermöglichung fühlen sich viele Glaubende von Kirche verlassen und werden der Kirche den Rücken kehren. Wenn wir wirklich von einer Priesterzentrierung – wie sie ja auch Papst Franziskus immer wieder einmahnt – wegkommen wollen, ist es höchst angebracht, diese jetzt anzugehen.

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  6. Lieber Herr Pock,
    vielen Dank für diesen wertvollen und wertschätzenden Beitrag. Gut tut mir der Hinweis auf die Taufkompetenz, mit der etwa in Familien und kleinen Gemeinschaften der eigene Gottes-Dienst, im Glauben an die reale Präsenz des Auferstandenen, gefeirt werden kann und soll. Bei aller Wertschätzung der aktiven Teilnahme an einer Eucharistiefeier sind wertvolle Ergänzungen die Feiern von Wort-Gottes-Feiern etwa in der Hauskirche, in Schwesterngemeinschaften (ohne einen Priester „einfliegen“ zu müssen) u.a.
    Die Chance für so einen Aufbruch ist noch nicht vertan.

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  7. Lieber Herr Prof. Pock und alle die am Blog mitarbeiten!
    Vielen Dank für diese Initiative!

    Ich denke, das kritische Hinterfragen des Krisenhandlings unserer Kirche ist wirklich „Ihr Job“ (der Theologen), auch wenn viele jetzt finden, man sollte zurückhaltend sein mit „Spitzfindigkeiten“ es gehe doch erstmal ums Allgemeinwohl.
    Aber -vielleicht eben gerade nicht! Auch in der Hoffnung, dass sich in den Pfarren genügend aktive
    Menschen finden, die sich noch um eine analoge Verwirklichung der Liturgien sorgen und kümmern.

    Wenn ich an all die Katechesen denke, die wir in der EDW über die Jahre im Zuge der „Neuevangelisationsbestrebungen“ erfahren durften: Ist wirklich nur die professionellere Nutzung der neuen Medien davon übrig geblieben, oder die Bereitstellung reichhaltiger Materialien?. Ja- auch ich nehme, dankbar über die Möglichkeit, online teil an der Morgenmesse unseres Erzbischofs, an der Papstmesse, oder an der 12 Uhr Messe aus dem Stephansdom, am Rosenkranz mit den Bischöfen, und am 8pm ökumenischen Abendgebet. Letzteres findet übrigens ganz ohne Streaming statt.Jede(r) betet an seinem Ort. Ich freue mich jeden Tag darauf! Beten ohne Blick auf den Laptop, aber in der Gewissheit der Gemeinschaft von orthodoxen, evangelischen und katholischen Christen. So wie es ja bei den Tagzeiten immer ist und war: der ganze Tag sei geheiligt durch das gemeinschaftliche Gebet!

    Das online Mitfeiern verleitet zu „spiritual distancing“ . Wenn der Erzbischof uns einlädt geistlich zu kommunizieren und dann sieht und hört man kurz darauf wie er selbst leiblich kommuniziert – wirkt das stimmig, aber hinterher fällt mir ein, dass in der Notzeit nach dem Krieg der Familienvater Sonntags immer Fleisch vorgesetzt bekam, und der Rest der Familie darauf verzichten musste, weil es nicht für alle reichte. In der Kirche, bei der Eucharistie reicht es aber für alle- das Brot des Lebens geht nie aus, je mehr auch damit gespeist werden- haben wir doch immer gehört!

    Ich verstehe nicht, dass
    1)ich in den Supermarkt gehen darf, um dort anzustehen (mit Abstand) um Käse, Fleisch,Brot etc. zu bekommen- oder einfach aus den Vitrinen etwas entnehmen kann-
    Aber: in die (geöffnete) Kirche darf ich zwar auch gehen- aber dort mich nicht anstellen um die hl. Kommunion zu empfangen?!
    Nichtmal vor der Kirche im Freien? mit allem Anstand und Abstand??Maske und Handschuhen?
    Auch wenn der Kommunionausteilende so wie die Supermarktverkäuferin Handschuhe und Masken tragen? Wenn es, wie im Supermarkt, keine „Versammlung“ ist.? Wenn die Hostien je einzeln auf Patenen gereicht werden, die jeweils mit etwas bedeckt ist, was dann nach jeder Kommunion entsorgt wird… z.B. Papier … ??!
    2) in der Apotheke Medikamente geholt werden können- aber die wichtigste „Arznei unserer Seelen“
    in der Kirche oder vor der Kirche -nicht erreichbar ist?
    3) Die Apotheker und die Ärzte und die Supermarktverkäufer selbstverständlich ihren Dienst tun, morgens vielleicht mit Angst ivor Ansteckung n den Öffis sitzen- um uns dann alles das zu reichen oder uns unsere Gesundheit erhalten (was jetzt als „Systemrelevant“ bezeichnet wird,) was wir zum Leben brauchen- aber unsere Priester und Diakone, Seelsorger und Seelsorgerinnen müssen strengsten Vorgaben gehorchen und sollen möglichst gar nicht Kontakt zu Menschen haben, die sie doch so dringend brauchen würden?
    4)Sich -besonders in Wien, wo die meisten Pfarren Ordenspfarren sind- die Priestermönche in ihre Konvente zurückziehen, wo sie nach den neuen Regeln ihre Isolation im Kreise der Mitbrüder trefflich leben können, mit dem vollen geistlichen Vollzug,.“Kurzarbeit“ ist da eher wohl eine Frohbotschaft! Es sei ihnen gegönnt, dass wegen der Krise ihre klösterliche Berufung einen so positiven Sinn bekommt. Aber: sie mögen sich bitte wenigstens um die Allein lebenden ALten und Kranken ihrer Pfarre kümmern. Wenigstens einen Osteranruf oder besser : ihren Emmausgang ganz physisch als Osterbesuch zu ihnen machen! Halt: das dürfen Sie ja eben nicht!?

    Notliturgie: Es wäre- bei voller Beachtung der angeordneten Regeln- doch möglich die Feierhefte und Vorschläge aus den Pastoralämtern zur Mitfeier in den Familien mit (analogem) Segen zu erfüllen: Palmbuschen den jetzt bangenden Gärtnereien abkaufen, die dann vom Pfarrer gesegnet und vielleicht mit einem Bibelspruch (da müssten noch unzählige aus den div. Evangelisationsevents vorhanden sein)oder einer Kurzkatechese versehen- in der geöffneten Kirche am Samstagabend vor Palmsonntag zum Mitnehmen ausliegen. Abgesehen davon: wenn bei der Dreifaltigkeitssäule wie jedes Jahr die Palmzweige gesegnet werden- von 1 Priester mit 1 Assisstenten und dort dann liegen bleiben- zum Mitnehmen der Spaziergänger oder Jogger in den jeweils erlaubten Formationen- man hätte ein wenig Vertrautheit geschaffen….Mut gestiftet
    Ebenso könnte man sich etwas für die Gabe kleiner Osterkerzen ausdenken, oder für gesegnete rote Ostereier..die man einzeln in zerteilten Eierkartons aufstellen könnte- mit Abstand! Auch die Tauferneuerung zu Hause in der Osternacht könnte durch die Gabe kleiner Weihwasserfläschen (Sammelstelle für Plastikfläschchen- oder Spende der Asia Restos mit Lieferservice erbitten: die kleinen Sojafläschchen eignen sich bestens) einrichten, Reinigung derselben- Abfüllung mit frisch geweihtem Wasser, Verteilung zusammen mit Kurz-Katechese zur Tauferneuerung) ganz leiblich gefeiert werden.
    Alles natürlich auch durch Zustelldienst an alle, die sich dafür angemeldet haben- analog den sonstigen Lieferdiensten möglich. Ich bin sicher, es gäbe viele kreative Ideen. Aber: es herrscht eine Schockstarre. Ostern findet auf jeden Fall statt, aber halt ohne physische Präsenz der GLäubigen! Bis auf Vier- und dvorher schliess ma die Tür! Aha! Natürlich wird die Regierung sich keine Krisenadäquate Feiern für uns ausdenken- das müssen wir schon selbst tun. Und div. Modelle zur Überprüfung den Behörden vorlegen: Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist!
    Aber: nicht einfach resignierend vor den streamenden Laptop sinken! und schon gar nicht: diesen anbeten! Oder in melancholische Erinnerungen an frühere Osterfeiern versinken! Dann lieber vorher abschalten und beten- um den hl. Geist bitten, für die anderen bitten. Dann telefonieren! Liebevolle Osterpost und Osterpackerl verschicken! Die Post arbeitet! Danke! Vielleicht bedeutet Ostern heuer einfach: mit allen Kranken und Leidenden ausharren, für die Verstorbenen beten (Karwoche) und konkrete Zeichen der Liebe einander schenken. Freude und Hoffnung vermehren! Frohe Ostern!
    CLaudia Schneider

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  8. Lieber Herr Kollege – DANKE für den Beitrag, der auch mir aus der (nicht nur liturgiewissenschaftlichen) Seele spricht – leider verraten auch diese Verordnungen wieder einmal so einiges bezüglich der kirchlichen Relevanz der Theologie… Liebe Grüße aus Salzburg, Frank Walz

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  9. Da ich einen Aufschrei nach der Veröffentlichung der Vorgaben der österreichischen Bischöfe schmerzlich vermisst habe, war ich erleichtert, auf Ihren Text zu stoßen. Leider kann man dem Ausdruck „schlechter Witz“ einiges abgewinnen. Danke jedenfalls für die interessanten Anregungen, wie in der derzeitigen Lage und auch später die christliche Eigenverantwortung gestärkt werden kann.

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  10. Sehr geehrter Herr Prof. Pock,

    Herzlichen Dank für Ihre couragierte Stellungnahme zu den Regelungen betreffend der Karwochenliturgie.
    Als Seelsorger stimme ich Ihnen weitgehend zu bezüglich der von Ihnen geltend gemachten Gefahr, die pastoralen Chancen, die sich inmitten der Krise ergben, zu verpassen.
    Lassen Sie mich indes anmerken, dass ich zumindest die ortskirchlich liturgischen Vorgaben zur Karwoche durchaus als Ermutigung an alle Gläubigen verstanden habe, zuhause eigene Feiern und Gebetszeiten zu gestalten und sich nicht nur einfach vor die Bildschirme zu setzen. Allerdings ist meine Wahrnehmung möglicherweise vorgeprägt durch die Aussendungen meiner Heimatdiözese (dem Bistum Basel), in denen ich den Satz gelesen habe:

    „Insbesondere empfehlen wir, die Menschen daheim (Familien, Hausgemeinschaften) stärker in den Blick zu nehmen als die Übertragung von Gottesdiensten.“

    Es wird darauffolgend auf entsprechende Materialien und Hilfestellungen des liturgischen Instituts verwiesen.
    Als eine ähnliche Ermutigung, das gemeinsame Feiern und Beten zuhause zu priorisieren, habe ich auch Punkt 9 in den Richtlinien der österreichischen Bischöfe gelesen.

    Ich bin denn auch zuversichtlich und hoffnungsfroh gestimmt im Hinblick auf die Karwoche und glaube, dass viele Gläubige – vor allem Familien mit Kindern – die Chance nutzen werden, neue Formen des Betens und gottesdienstlichen Feierns zuhause für sich zu entdecken.

    Dr. Tobias Häner (Institut für Bibelwissenschaft, Kath.-Theol. Faktultät, Universität Wien)

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  11. Problematisch am Tausch von den Kirchenbänken auf die Sofas ist, dass sich die Grundintension des letzten Konzils in der participatio actuosa ausdrückt. Das Sofa hingegen ist ein passives Mitfeiern von Christen zweiter Klasse, Sofachristen. Daher finde ich den Versuch falsch, Kar- und Ostertage nun am Fernsehen mitzufeiern, wenn doch getaufte Christen diese Tage als befähigte und geisterfüllte Christen selbst feiern können.
    Daher geht es um die Stärkung von Familien, von kleinen Zellen, dies nun als Hauskirche zu tun. Nicht eine Gottesdienstkongregation wird dies ermöglichen oder verhindern, sondern diese Tage werden zur Chance für Kirche, wo Menschen ihr Taufcharisma entdecken.
    Zur Unterstützung der alten Tradition der Hauskirchen haben wir in Freiburg eine Hausliturgie in drei Schritten elementarisiert und ritualisiert entworfen. Es bietet spezielle Varianten für Familien und beispielsweise für jeden Tag einen Popsong für Jugendliche mit entsprechenden Impulsen: ostern.jubue-freiburg.de
    Von den Feiern sollen Fotos gepostet werden unter #osternvernetzt, wodurch wieder eine ekklesiale Verbindung entsteht im Sinne einer österlichen Communio. Nur Mut!!

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  12. Sonntagvormittag, diejenigen, die Sonntag für Sonntag gemeinsam Gottesdienst feiern, in Gedanken eingeladen. Sie – Einzelne, Paare, Familien – in geistiger Verbundenheit begrüßt, wie sonst auch. Nach ihrem Befinden gefragt (die Antworten trudeln per E-Mail ein). Sie sind „eingekehrt“ und haben Platz genommen. Sie verwandeln „soziale Distanz“ in Nähe. Kein Zweifel, dass Gott unter uns ist.
    Gemeinsam hingehört auf das Wort Gottes. Hineingenommen in die Welt der Texte, in denen die Königsherrschaft Gottes angekommen ist. Ez 37 und Joh 11 gehört, samt Auslegung aus der Gemeinde (via Homepage) — verwandelt: Wenn Gott das am Boden liegende Israel durch das Wort des Propheten aufrichten und ihm neues Leben einzuhauchen vermag, dann verwandelt sich die Klage in die Frage: Welches Wort muss durch mich hindurch jetzt in dieser Zeit gesprochen werden zur Belebung, zur Einhauchung von Gottes Geist in diese Welt?
    Danach das Lob des Sonntags gesprochen, nochmal in die Runde geblickt und das vorbereitete Brot gebrochen und den Wein getrunken, die nicht als Einzige im Raum unverwandelt geblieben sein können.
    Die Chance ist nicht vertan.

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  13. Danke für diese logischen und nachvollziehbaren Argumente. Der vermeintliche Machtverlust für die „Amtsträger“ ist verständlich und tut denen weh; aber genau das will ja Jesus Christus, weil Er ja alle für frei und mündig erklärt hat und deshalb immer althergebrachte Strukturen aufbricht und einlädt, freie Seelen für den Gottes- sprich Liebesdienst an der Gemeinschaft und für sich selber zu bekommen.

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  14. Es ist ja allerhand, was sich da in diesen Tagen abspielt. Eine gesellschaftliche Extremsituation und mittendrin oder außen vor die katholische Kirche ….. was werden wir da machen? Natürlich uns den sog. neuen Medien anpassen, Internetgottesdienste, Gottesdienste ohne gemeinschaftliche Beteiligung, Online-Palmweihe und Kreativ-Fleischweihe (!) etc. Das Paradoxon ist folgendes: von nicht extrem kirchennahen Menschen bekam ich die Rückmeldung, daß diese Anpassung an die modernen Zeiten (konkret: Internetgottesdienst) super sei …. ein anderer sagte mir, daß er doch gerne sonntags ganz physisch den Gottesdienst besuchen würde – bei den max. 25 Teilnehmern in der Pfarrgemeinde sollte doch für jeden eine Bank zur Verfügung stehen – im Nationalrat geht es deutlich enger zu ……. um das Ganze kurz zu fassen: der Klerikalismus, den Papst Franziskus mehr als zu recht kritisiert, sollte schon längst Geschichte sein, bei den konkreten Situationen in unseren Pfarrgemeinden sollten wir uns nicht zu sehr übernehmen ….. und: unsere Welt wird auch nach Ostern noch einigermaßen über die Runden kommen. Der katholische Beitrag liegt anderswo.
    PS: bzgl. Liturgie / Gottesdienst / Eucharistie: sehr viele Menschen haben mir schon mitgeteilt, wie zentral die Eucharistie für unsere katholische Tradition sei …… andere haben da und dort emphatisch gesagt, wie wesentlich der Zölibat in dieser Angelegenheit sei. Da kommt nun der unorthodoxe Papst Franziskus und ist in der Amazonienangelegenheit bzw. Zölibat sehr, sehr zurückhaltend. Man könnte ja annehmen, daß er der Eucharistie nicht den üblichen Wert zuordnet, wie man erwarten könnte ….. ganz praktisch: wenn einmal im Jahr einer kommt und mit uns eine Eucharistie feiert, dann ist das super und gut – aber es reicht auch schon. Das andere machen wir eh selber.
    FI Mag. Thomas Unterguggenberger

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    1. Jö, hier darf man antworten! Ich bin Zivilistin, und ausserdem mittlerweileevangelisch. Darf ich?
      Ich würde gerne sagen „Wie? Eh selber?“ Ich bin halt kreativ und mitunter auch ZU phantasievoll, aber ein Theaterstück wird dann am spannendsten, wenn ich es im Kopftheater selber spiele und alle Rollen selber spiele. Das „eh selber“ ist die große Qualität des „Amen“. Wie viele beschweren sich, dass Sie im Gottesdienst auf das „Amen“ zurückgeschraubt werden? Dabei ist es das spannendste von allem. „Amen“ heisst „Das hätte ich auch sagen können“…Ja, stell Dir das mal vor! Dass Du das selber sagst! Wie anders wird Deine Welt, wenn Du aus der bequemen passiven Zuhörerrolle ins AKTIVE Zuhören gehst! Jetzt ist die Chance. wenn niemand da ist als Christus…glaubst Du es wirklich oder schmeckt es fad ohne „wag the dog“?
      Es wurde auch angesprochen, dass man aus der Kirche evtl Kerzen oder so mitnehmen können sollte. Bin ich dafür. Aber wissen Sie was: Mitten in Wien steht eine Pestsäule. Diese aber-sowas-von-einer-Devotionalie ist sehr dekorativ und (Gott sei Dank) der Vergangenheit angehörig, nur „herumgestanden“. Sie ist aber ein der ganzen Stadt gemeinsames Symbol und eine Gebets-Stätte.
      In Wien gibt es auch einen Josefs-Brunnen. Ich war glaube ich die einzige, die in den letzten Jahren dort mal eine Blume hineingelegt hat ins Wasser.
      Dann gibt es schon lange eine Online-Kirche von Kirche in Not. Das IST eine gemeinsame Kirche, in die man – das finde ich am schönsten – sogar nachts gehen kann, obwohl sie öffentlich ist : D.
      Und seien wir doch ehrlich: Der Stephansdom z.B. gehört mittlerweile so voll den Touristen, dass von einem Wohnzimmer nur noch in der Ägidiuskapelle die Rede sein kann. Wie ich das gehasst habe! „Only for mass!“
      Seit wievielten Jahren wünsche ich mir schon einen Stephansdom online! Wo ich bei der Dienstmägde-Madonna ein Kerzerl anzünden kann. Kerzen sind da. Offene Türen auch. …aber Wohnzimmer? Ich verstehe das. Ich verstehe wirklich, dass die Kirche nunmal AUCH Geld braucht.
      Wir holen ja nicht nur den Priester ins Wohnzimmer. Und die Devotionalien stehen unbesehen an jeder Straßenecke. Und die abendliche, interreligiöse,Kerze am Fenster, von der abgesprochen ist „Jetzt beten alle das Vaterunser, ich bin nicht allein“. Wissen Sie, wie lange ich mir genau das schon gewünscht hab!? Am Abend im Nachthemd mit meiner Kerze am Fenster zu sitzen, zu „wissen“, jetzt gerade sitzt der Papst auch grad am Fenster, im Pyjama und bloßhappert, und ist genauso klein wie ich. Im Blick auf den Sternenhimmel, der uns alle in Abrahams Vaterschaft verbindet?! Sie suchen Gemeinsamkeit, die täglich zusammenfindet und nicht nur einmal im Jahr? Ich bin da. Ich gehe geistig zur gemeinsamen Pestsäule! Und ich bete zum gemeinsamen Kirchendeckengemälde Sonne. Ich sitze am Fenster am Sonntagnachmittag. Lustig: Jetzt gerade läuten die Kirchenglocken. Ich wette, Sie hören sie auch. Der Klang fliegt jeden Tag nach Rom, wenn Sie wollen! Und wenn Sie beim Einkaufen an einer der Häuserfassaden einen Heiligen sehen: Genießen Sie den Anblick des „Kirchengebäudes“ namens Heimatstadt!

      Mit vielen lieben Grüßen!!! : D
      Renate

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  15. Lieber Hans!
    Danke für diese Überlegungen und diesen Vorstoß. Uns bewegen gerade ganz ähnliche Gedanken in unserem Pfarrverband bezüglich der Osterliturgie und wir haben ebenfalls großes Unbehagen mit der offiziellen Regelung.
    Meine Idee war schon vor zwei Wochen: warum nicht Ostern verschieben bis zum Sonntag nach Ende der Ausgangsbeschränkungen und dann, wenn alle wieder rausdürfen und sich treffen können, ein großes Auferstehungsfest feiern, wenn das gesellschaftliche Leben wieder aufersteht? Wäre das nicht stimmiger als eine Proforma-Liturgie im stillen Kämmerlein, die völlig am Leben der Menschen vorbeigeht? In unserem Zukunftsbild heißt es immerhin: Wir gehen vom Leben der Menschen aus.
    Ich halte auch nichts davon, dass viele Priester jetzt allein zelebrieren. Nach meinem Verständnis kommt da kein Sakrament zustande, weil dafür Gemeinschaft konstitutiv ist und niemand – auch nicht ein Priester – sich selbst ein Sakrament spenden kann. Wenn man priesterlosen Gemeinden in Amazonien zumuten kann, ein halbes Jahr keine Eucharistie zu feiern, warum kann man dann den in dieser Situation jetzt gemeindelosen Priestern nicht zumuten, ein paar Wochen ohne Messe auszukommen? Ist das nicht ein eklatantes Ungleichgewicht?
    Liebe Grüße und eine gute Zeit,
    Freddy

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    1. LIeber Alfred, danke für deine Rückmeldungen. Natürlich gibt es hier unterschiedliche Verstehensweisen: Liturgierechtlich, kirchenrechtlich, pastoral, sakramententheologisch … Mein Versuch ist, aus der pastoralen Praxis heraus zu argumentieren. Und bezüglich des „eucharistischen Fastens“ gibt es eben auch die beiden Argumente – einerseits „Solidarität mit allen, die jetzt auch keine Möglichkeit zur Eucharistiefeier haben“ – oder: Eucharistie zu feiern stellvertretend für alle, die nicht können. Genau diese Spannung hätte man aber auch benennen können in den offiziellen Texten – und die Entscheidung frei stellen. Ich sehe sogar eine große Chance darin, „post corona“ dann zu überlegen: Welchen Stellenwert hat für uns als Volk Gottes, als Pfarre, als Hauskirche, als Einzelne … die Eucharistie? Welche anderen liturgischen, gottesdienstlichen … Formen haben sich in diesen Wochen und Monaten entwickelt, bewährt …? Liebe Grüße an das Team in Graz- St. Leonhard und in Kainbach!! Hans

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      1. Danke für die Grüße! Für mich stehen da schon die sakramententheologischen Gesichtspunkte im Vordergrund. Immerhin ist die Eucharistie in erster Linie Sakrament und kein kirchenrechtlicher Akt. Diejenigen, die bloß Rituale vollziehen, um dem Gesetz Genüge zu tun, hat ja schon Jesus kritisiert. Das kann wohl nicht in seinem Sinne sein. Bei einem Sakrament braucht es immer ein Gegenüber, von dem ich es empfange. Ich kann auch nicht bei mir selbst beichten, sondern brauche jemanden, der mir Vergebung zuspricht. Sonst ist es wirkungslos. Ehepartner spenden einander das Sakrament der Ehe. Und für die Eucharistie gilt dann wohl das Gleiche: Priester und Gemeinde spenden einander das Sakrament und empfangen es gemeinsam von Christus. Eine Priester ohne Gemeinde fehlt mE genauso etwas Entscheidendes wie einer Gemeinde ohne Priester. Diese Fragen konsequent weiterzudenken halte ich in jedem Fall für lohnend.
        Liebe Grüße
        Freddy

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  16. Werter Herr Professor, lieber Johann!
    Danke für deine Überlegungen.
    Wir haben bereits die Höchstgrenze von 100 teilnehmenden Personen für Gottesdienste als undurchführbar abgelehnt. Für die Karwoche haben wir nun alle Gottesdienste in den Kirchen im Pfarrverband ausgesetzt. Es kann nicht sein, dass bloß “ vier Auserwählte“, womöglich noch vom Pfarrer nicht nachvollziehbar auserkoren, exklusiv feiern dürfen. Viel schlimmer wiegt die Anordnung zum Verschliessen der Türen gerade zu den Kartagen. Welch ein Bild von kirchlicher Gemeinschaft gerade zu Ostern!
    Wir vom Pfarrverbandsrat ermutigen dazu mit den diözesanen Hilfestellungen zu Hause zu feiern oder via Internet oder Fernsehen aktiv mitzufeiern. Für mich als Priester erschließt sich auch keine Notwendigkeit Liturgien zu vollziehen, denen gerade an diesen außergewöhnlichen Tagen viel von ihrer grundlegenden Bedeutung genommen wird.
    MlG Mario Brandstätter

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    1. Lieber Mario, danke für die Rückmeldung! Ja – unbedingt ermutigen, eine Form des Feierns zu Hause (allein, in den Hausgemeinschaften …) zu finden, die stimmig ist. Manches vielleicht auch ausprobieren … Dir und deiner Pfarre alles Gute! Hans

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  17. Sehr geehrter Prof. Pock,
    diese Variante der ÖBK stellt in der Tat wohl kaum das Optimum dar.
    Wäre es aber theologisch haltbar und begründbar, aufgrund der Auferstehungssymbolik unabhängig vom Termin die ersten Gottesdienste, die wieder mit anwesender Gemeinde gefeiert werden dürfen, als Ostergottesdienste mit Lichtfeier etc. zu begehen? Bzw. was spräche dagegen – kirchenrechtlich und liturgisch wahrscheinlich etliches, aber auch pastoraltheologisch?
    Viele Grüße!

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    1. Sehr geehrte Lea! Danke für die Fragen. Nachdem jede Messfeier am Sonntag eine Auferstehungsfeier ist und Anteil hat an der Osterfeier, spricht meines Erachtens gar nichts dagegen, den ersten Gottesdienst nach Beendigung der Beschränkungen als Auferstehungsfest zu feiern. Ich würde sogar sagen: Da könnte man sich jetzt schon viele Gedanken machen, in welcher Form das dann tatsächlich sinnvoll stattfinden kann: Welche Elemente man dabei verwendet zusätzlich zu dem, was sowieso in jeder Eucharistiefeier ist. Es gibt auch tolle Vesperfeiern mit Luzernar, wo die Lichtsymbolik aufgegriffen ist etc.

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  18. Die klerikalistischen Scheuklappen feiern – einmal mehr – fröhliche Urständ‘. Franziskus liefert mit der (heutigen) Generalabsolution einen einladenden Freibrief und phänomenalen Vertrauensbeweis für die von Ihnen vorgeschlagene „Lösung“. Das „Licht“ der Eucharistie soll in der Mitte des Volkes Gottes Sichtbarkeit gewinnt und für alle leuchten – und nicht mehr unter dem klerikalen Scheffel langsam aber sicher ersticken. Wie auch immer – Ihnen möchte ich für den Vorschein österlicher Freude (für mich) und den Beleg darin, dass der Hl. Geist immer wieder einen „Landeplatz“ in der Kirche findet.

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  19. Vielleicht sollten wir christliches Fussvolk auch unabhängiger werden.Ich finde die Osterliturgie die schönste im ganzen Kirchenjahr, aber so gehandhabt ist sie ohne Feuer, wenn wir nicht um das Osterfeuer stehen können. Ich werde mir meine eigenen Rituale ersinnen, indem ich staunend dem Erwachen der Natur zuschaue, die Hoffnung gibt und zeigt wie viel Kraft und Leben in ihr steckt und jedes Jahr Auferstehung.

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    1. Vielen Dank für die Rückmeldung. Die Spannung zwischen den selbständig entwickelten Ritualen und Liturgien und dem, was die liturgische Tradition der Kirchen anbietet, finde ich äußerst interessant. Ich glaube, dass sich in diesen Wochen und Monaten hier auch ökumenisch, im BLick auf die Schwesternkirchen, einiges tun kann. Und dass dies wohl auch einen Einfluss haben wird und haben sollte auf das Feiern „post Corona“. Ihnen ein gutes Finden von Ritualen, in denen Sie Auferstehung erleben und erfahren können!

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